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Kritische Auseinandersetzung bzgl. des Einsatzes von Nistkästen

Zusammenfassung

Hummeln lassen sich in Nistkästen ansiedeln. Mit Nistkästen werden aber unter Umständen diejenigen Arten auf Kosten schützenswerter anderer Arten gefördert, die sich weniger gut in Nistkästen ansiedeln lassen. Außerdem werden seltene, nicht im Nistkasten angesiedelte Arten durch häufige, durch den Nistkasten geförderte Arten, weiter in ihrem Bestand geschwächt. Dies erarbeiten sich die Schüler mit einem Arbeitsblatt (Download Arbeitsblatt).

Sachinformation

Der Einsatz von Nistkästen für bedrohte Arten ist ein allgemeingültiges Beispiel für den Naturschutz. In der Regel werden Vogelnisthilfen - angepasst für die unterschiedlichsten Arten - genutzt.
Doch auch für Hummeln gibt es Nistkästen (Bauanleitungen, speziell für kleine Kinder). Dabei gibt es allerdings ein Problem, das auch für andere Tierarten gilt: Mit dem Nistkasten wird ein Staat (eine Art) gefördert, der dadurch wesentlich mehr Nachkommen produziert als natürliche Staaten hervorbringen. Dies kann sich zu Ungunsten der seltenen und nur schwer in einem Nistkasten anzusiedelnden Hummelarten auswirken. Somit ist der Einsatz des Nistkastens zumindest fragwürdig und kann sogar negative Folgen haben.

Methode

Die Schüler erarbeiten sich diesen Zusammenhang selbstständig mit Hilfe einer Geschichte über die Erdhummel Paula (Arbeitsblatt). Paula wird von einem Hummelfreund im Nistkasten gehalten, während ein benachbartes seltenes Feldhummelvolk unter wesentlich widrigeren Umständen überleben muss.

Das Arbeitsblatt

Das Arbeitsblatt wurde mehrfach erfolgreich genutzt und auch in einer Examensarbeit einer Homepagebesucherin erfolgreich benutzt. Im Jahr 2006 wurde es alleine 700 mal herunter geladen.

Lösungen

Die Schüler ermitteln sehr schnell, dass die nicht im Nistkasten lebenden Arten schlechtere Überlebenschancen haben, und dass durch den Nistkasteneinsatz ihr Bestand sogar geschädigt werden könnte. Argumentiert werden muss mit dem höheren Energie- und Ressourcenverbrauch der Feldhummeln, da das Klima im Nest wesentlich schlechter reguliert werden kann, zusätzliches Wachs zum Abdichten benötigt wird, das Nest häufiger repariert werden muss und häufiger gegen Feinde verteidigt werden muss. Daneben sind die Nektarvorräte geringer, da der Nektar durch die zahlreicheren Erdhummeln in den Blüten knapp wird. Außerdem kann er nicht im gleichen Maß für die Vermehrung genutzt werden, da er stattdessen zur Klimaregulation etc. "verbrannt" wird.
In den bisherigen erprobten Unterrichtseinsätzen konnten die Schüler selbstständig Regeln für einen echten, naturverträglichen Nistkasteneinsatz aufstellen. Beispielsweise gehört dazu der grundsätzliche Nistkasteneinsatz für seltene Arten. Sind keine seltenen Arten vorhanden, würde auch ein Einsatz für häufige, ungefährdete Arten unproblematisch sein.
Das Arbeitsblatt bietet durch einen Hinweis im Text auch die Möglichkeit, über weitere Schutzmöglichkeiten nachzudenken. So würde ein blühender Garten sicherlich beiden Arten helfen.
Die Schüler selbst interessieren sich natürlich auch zum Schluss für die Meinung des Lehrers. Da diese nicht im Vordergrund stehen sollte, führe ich noch einen i. d. R. nicht genannten Pluspunkt für den Einsatz eines Nistkastens an: Die enorme Öffentlichkeitswirksamkeit des Kastens. Da Hummelnistkästen mind. doppelt so groß wie Vögelnistkästen sind, reizen sie förmlich Nachbarn und Spaziergänger dazu, Fragen über den Sinn des Kastens zu stellen. Im folgenden persönlichen Gespräch lässt sich mehr für den Hummelschutz erreichen als mit jeder Broschüre. Schon deshalb ist selbst ein nicht besiedelter Nistkasten ein Beitrag zum Hummelschutz :-).

Download

Download Arbeitsblatt

© van Bebber, Cornel (01.01.2007). Kritische Auseinandersetzung bzgl. des Einsatzes von Nistkästen: Für Lehrer für den Biologie-Unterricht. http://aktion-hummelschutz.de/lehrer/nistkasten.html. english version.
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