Newsletter der Aktion Hummelschutz 02/04

Inhalt


Lieber Hummelfreund,

hier die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Kommentare und Ergänzungen zum Newsletter sind wie immer erwünscht und können über die Homepage an mich geschickt oder im Forum abgegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Cornel van Bebber

 Inhalt

  1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage
  2. Nachrichten
  3. Links | Presse | Literatur
  4. Impressum

 

1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage

1.1. Update: Angriff auf das Hummelnest
Im letzten Jahr hatte Klaus Kreft, ein Mitglied der Aktion Hummelschutz, von dem Hummelnest unter einer Gehwegplatte berichtet. Es stand schon zu Beginn unter keinem guten Stern, denn mehrere Königinnen kämpften um den Standort auf Leben und Tod. Im Sommer interessierten sich aber nicht mehr nur Hummeln für das Nest. Am 20. September hatte ein Tier, evtl. ein Marder, am Eingang des Nests gegraben, war aber noch nicht bis zum Zentrum vorgedrungen. "Am 22. September war es dann passiert. Der Marder hatte wieder zugeschlagen. Diesmal aber richtig! Auf der entgegengesetzten Seite der Platte hatte er sich bis zum Nest vorgegraben und eine Hälfte des Hummelnestes zerstört. Im Umkreis von ca. 2m waren Nistmaterial, Waben, Maden, tote und verletzte Hummeln zerstreut" (Kreft).
Klaus Kreft siedelte anschließend die Hummeln in einen anderen Nistkasten um, der sich nur wenige Meter neben dem alten Nest befand. Ob seine Bemühungen von Erfolg gekrönt waren, lesen Sie hier:
Angriff auf das Hummelnest

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1.2. 53 Wohnungen für Hummeln zu vergeben
Auch dieses Jahr können wir uns über das wohl genaueste und umfangreichste Hummeltagebuch freuen, das es gibt. Denn der Emmericher Hummelschützer Johann Wiedl, den langjährige Abonnenten schon kennen, wird das Hummeltagebuch wieder für uns führen.
Er schreibt: "In diesem Jahr habe ich insgesamt 53 Nisthilfen an 14 Standorten ausgebracht. Davon sind 27 oberirdisch, 14 unter der Erde und 12 oberirdische einfache 'Naturanlagen'.
In allen Nisthilfen habe ich gegen einen möglichen Wachsmottenbefall reichlich  - jeweils zwei faustgroße Mengen von kleingeschnittenen Lavendelzweigen und kleinen Kernseifestücken - gegeben. Streu, Polsterwolle und Moos sollen die 'Wohnungen' für nestsuchende Hummelköniginnen annehmbar machen. In jeden Kasten gab ich je ein Tönnchen aus Bienenwachs mit Zuckerwasser und mit Zuckerwasser vermengten Blütenpollen zur 'Begrüßung'."
Jeden Sonntag wird das Tagebuch aktualisiert.
Hummeltagebuch 2004

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1.3. Nistkasten und Besiedlung
Hummelnistkasten von Ralf BerghaneIm letzten Newsletter hatte ich eine Anleitung zum Nistkastenbau veröffentlicht, woraufhin Ralf Berghane, Mitglied im Netzwerk der Aktion Hummelschutz, mir ein Foto seines Nistkastens zugeschickt hat. Sein sicherlich einmaliges Modell (s. Bild) hat er zusammen mit seinen Kindern den Winter über gebaut und angemalt. Nun hoffen seine Schöpfer auf eine rasche Besiedlung.

Die auf der Homepage veröffentlichte kostenlose Bauanleitung wurde mittlerweile schon mehr als 700 mal (!) heruntergeladen. Auch in der Mailingliste diskutieren wieder Experten und Amateure über die besten Besiedlungstechniken und über die Frage, wie gut es beeinflussbar ist, welche Art man ansiedeln kann.
Anleitung zum Nistkastenbau herunterladen
Bisherige Beiträge in der Mailingliste durchlesen

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1.4. Newsletter nun auch in Englisch
Von nun an erscheinen die Newsletter testweise auch in englischer Sprache, bei der Übersetzung hilft ein Hummelfreund aus Kanada. Beispielsweise ist in Amerika der Hummelschutz wenig populär, und die Sprachbarriere verhinderte einen besseren Kontakt. Das soll sich nun ändern. Auch wegen des nach meinen bisherigen Erfahrungen geringen Kenntnisstands bei Amerikanern bzgl. der Hummeln wird auch in diesem Jahr die Rubrik "Anfängerinfo" in den Newslettern wieder auftauchen.
Der letzte Newsletter in englisch

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2. Nachrichten

2.1. Schock! Massensterben bei Hummeln!
Dr. Jeremy ThomasBeunruhigende Nachrichten erreichen uns aus Großbritannien durch den Deutschlandfunk. Dort haben 20.000 Naturschützer die Flora und Fauna sehr genau unter die Lupe genommen und haben festgestellt, dass beispielsweise das Auftreten von Schmetterlingen um bis zu 70 Prozent in den letzten 40 Jahren abgenommen hat. Die Schmetterlinge wurden beispielhaft für alle Insekten untersucht. Der Autor der Studie, Jeremy Thomas (Bild) vom britischen Zentrum für Ökologie und Hydrologie, schreibt: "Unser kleines Resultat hier ist wichtig, auch wenn es sich nur um Schmetterlinge handelt und nur um die in Großbritannien, also einer im Vergleich zur ganzen Welt kleinen Insel. Aber wir können erstmals belegen, dass nicht nur die Vögel und Pflanzen abnehmen, sondern auch die Insekten. Viele Wissenschaftler haben geglaubt, dass das nicht möglich sein könnte. [...] Es zeigt sich jedoch, dass auch die Hummeln und viele Bienenarten verschwinden - und zwar noch schneller als die Schmetterlinge." Die Autoren zeichnen ein äußerst düsteres Szenario und sprechen vom "sechsten Massenaussterben in der Geschichte des Lebens".

Dazu passt eine Pressemitteilung aus Deutschland. Das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) koordiniert in den nächsten fünf Jahren ein Projekt, mit dem u.a. "der Verlust an Bestäubern wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen" europaweit ermittelt werden soll. Die Bestäuber stellen dabei eins von vier Themenbereichen dar, die in 27 Ländern beobachtet werden.
Dabei werden zunächst verlässliche Daten zu den Bestäubern gesammelt, diese mit Ergebnissen der letzten 20 Jahre verglichen, und anschließend Ursachen für diese Beobachtungen gesucht. Außerdem sollen Auswirkungen auf Wild- und Kulturpflanzen erforscht werden.
Pressemitteilung UFZ
Beitrag des Deutschlandfunks
Ihre Meinung zum Thema

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2.2. Hilfe gesucht: Schülerin schreibt Facharbeit über Hummeln
Theresa Kleinhenz scheint eine naturverbundene Schülerin zu sein, denn nicht nur, dass sie als Leistungskurs Biologie belegte: Nun möchte sie eine Facharbeit über Hummeln schreiben. Fünf Nistkästen hat sie gebaut und ist nun täglich am Hoffen und Bangen. Denn nur bei einer erfolgreichen Besiedlung kann sie ihre Facharbeit zum Thema "Staatenbildung bei Hummeln" befriedigend abschließen.
Deshalb benötigt sie Ihre Hilfe: Für den Fall, dass die Besiedlung eines Nistkastens bei Ihr nicht funktioniert, bittet sie andere Hummelfreunde mit besiedelten Nistkästen in der Umgebung um die Möglichkeit, auch bei jenen die Tiere beobachten zu dürfen. Sollten Sie Theresa unterstützen wollen und in Bayern in der Gegend um "Burgwallbach (97659), einem kleinen Dorf in unmittelbarer Nähe zu Bad Neustadt an der Saale (97616)" wohnen, melden Sie sich bitte kurzfristig bei mir. Ich werde dann den Kontakt zu Theresa herstellen.

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2.3. Gelbschalen: Ein Landwirt zeigt Einsatz
Gerade meldete sich ein Landwirt. Er war durch das Internet auf eine Seite der Homepage aufmerksam geworden und wurde sofort aktiv. So las er, dass die gegen den Schädling "Rapsstängelrüssler" eingesetzten Gelbschalen zum massenhaften Tod von verschiedenen Insekten, darunter auch Hummelköniginnen, führen.
Er informierte sich, wie er den Hummeln helfen könnte. Nun befindet sich in seinen Gelbschalen ein engmaschiges Netz, dass nur den Schädling durchlässt und die Hummel nicht verletzt. Außerdem wird er die Schalen regelmäßig kontrollieren, seine Kollegen informieren und auch einen Hummelnistkasten aufstellen! Solche Landwirte brauchen wir!
Gelbschalen als tödliche Insektenfallen

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3. Links | Presse | Literatur

  • Skrupellose Insektensammler
    Vier Augsburger haben in Südafrika seltene und nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützte Insekten gesammelt, um sie später an ebenso skrupellose Sammler zu verkaufen. Mehr als 800 Tiere, darunter 211 seltene Hirschkäfer, von denen für einen auf Insektenbörsen schon mehrere Tausend Euro gezahlt werden, entnahmen die Bayern Reservaten und Naturschutzgebieten. Der WWF schätzt, dass die Gewinnspannen dem vom Waffen- oder Drogenschmuggel vergleichbar sind.
    Das südafrikanische Gericht verhängte Strafen: Zwei mussten jeweils 7000, die anderen 60 bzw. 120 Euro Strafe zahlen.
    Artikel zum Thema: Spiegel online (27.01.2004), press relations (28.01.2004)
    Ihre Meinung zum Thema
  • Bayer und BASF wegen Bienentod vor Gericht
    Im Newsletter 04/03 hatte ich bereits davon berichtet, dass das Pflanzenschutzmittel Gaucho® von Bayer im Verdacht steht, zu einem Massensterben von Bienen zu führen. Davon berichtet nun auch die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 20. Februar. Bayer sieht sich zusammen mit BASF (wegen des Mittels Regent TS®) erheblichem juristischem und politischem Druck ausgesetzt, die Stoffe vom Markt zu nehmen. Beide Firmen haben gegen ein Verbot nun Widerspruch eingelegt.
  • Gewächshaustomaten und -gurken durch Hummeln
    Niederländer lassen in fast 8 Hektar großen Gewächshäusern Tomaten und Gurken durch Hummeln bestäuben. Auch die Schweizer Landwirte setzen auf Hummeln. Brückenbauer, 09.03.2004; Tagblatt, 13.03.2004
  • Film "Königin für einen Sommer"
    Der WDR zeigt den preisgekrönten Hummelfilm Ostersamstag, den 10.04. um 15.15 Uhr.

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4. Impressum
Kontakt: über die Homepage
Bitte beachten Sie den Disclaimer.
Dieser Newsletter hat 550 Abonnenten (Stand: 18.03.2004) und wird nur auf Verlangen zugeschickt. Sie können ihn jederzeit abbestellen.
V.i.S.d.P.:
Cornel van Bebber
Meertal 11
D-41464 Neuss

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