Newsletter der Aktion Hummelschutz 04/03

Inhalt


Lieber Hummelfreund,

hier die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Kommentare und Ergänzungen zum Newsletter sind wie immer erwünscht und können über die Homepage an mich geschickt oder im Forum abgegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Cornel van Bebber

 Inhalt

  1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage
  2. Nachrichten
  3. Links | Presse
  4. Impressum

 

1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage

1.1. Fakten: Tagebuch fortgesetzt

Ausschnitt aus dem Update:
"Volk 1, Baumhummel, Jungköniginnen und Drohnen fliegen zahlreich. Dieses Volk ist äußerst aggressiv. Habe bereits in unmittelbarer Nestnähe drei Stiche abbekommen. Die Baumhummelarbeiterinnen versuchen in nebenstehende Völker der Erdhummeln einzudringen, Futterklau. Diese werden aber rigoros von den Erdhummeln aufgegriffen, gekillt und rausgeworfen. Damit sind sehr oft zwei Erdhummeln beteiligt. Heute wurden bereits drei Baumhummelköniginnen von Volk 1 (nebenan), die in Kasten 2 eindrangen, ergriffen und getötet."

In den beiden letzten Aktualisierungen berichtet Johann Wiedl u. a. vom Hummelsterben, das dramatische Züge bei den Hummelvölkern angenommen hat. Diese sind im Stadtgebiet von Emmerich verteilt und der Autor vermutet, dass die Linden im nahen Stadtpark Einfluss auf den Tod der Tiere haben (s. auch Nachricht 2.5.). Hier sterben so viele Tiere, dass der Rückgang anhand des Flugverkehrs in Nestnähe stark abgenommen hat.
Fakten > Erfahrungsberichte > Hummeltagebuch 2003

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1.2. Fakten: Artenliste optimiert
Die einzelnen Hummelarten sind nun zusammen mit einem kleinen Bild in einer Liste angeordnet und lassen sich dadurch besser vergleichen und studieren. Die Darstellung wird in Zusammenarbeit mit einem Leser weiter entwickelt.
In diesem Zusammenhang noch eine interessante Entdeckung: Iris Karwarth konnte Bilder von zwei seltenen Hummelarten schießen: Sie hat die Drohnen (männliche Tiere) einer Heidehummel und einer Bergwaldhummel im eigenen Garten fotografieren können (Forum).
Fakten > Arten
Beitrag im Forum

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1.3. Mitmachen: Schöne Fotos als Grußkarten
Der Grußkartenbereich wurde durch neue und vorallem sehr gute Fotos erweitert. Sie bestechen durch ihre Farben, Bildaufteilung und ihrer Motive, wobei natürlich Hummeln abgebildet sind. Mehrere sehr gute Fotografen haben die Bilder dafür zur Verfügung gestellt.
Mitmachen > Grußkarten

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1.4. Schutz: Aufklärung durch Flugblatt und Plakate erleichtert
Ein neues Flugblatt, das sich an Gartenbesitzer wendet, kann nun jeder von der Homepage herunterladen. Es ist schwarz-weiß, so dass man es leicht vervielfältigen kann.
Machen Sie Andere auf den Hummelschutz aufmerksam, indem Sie solche Flugblätter an Bekannte verteilen, an Ihrer Arbeitsstelle auslegen, an Pinnwände in Supermärkten oder Baumärkten heften, in Gärtnereien auslegen lassen, auf Parkplätzen verteilen usw.
Daneben gibt es nun auch zwei farbige Plakate. Sie informieren den Leser über die wichtigsten Punkte im Hummelschutz und können ebenfalls problemlos heruntergeladen und ausgedruckt werden.
Flugblatt
Plakat 1
Plakat 2

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1.5. Lehrer: Aufbau von Insekten am Realobjekt
Hummeln sind große Insekten, zu denen Schüler eine große emotionale Bindung haben. Der äußere Bau von Insekten kann hier exemplarisch durch eine Untersuchung von toten Hummeln erarbeitet werden.
Wir stellen Ihnen diese toten Hummeln kostenlos zur Verfügung. Die Hummeln sind getrocknet und können leicht im Unterricht eingesetzt werden. Die Gliederung des Körpers, die starke Behaarung, die paarigen Fühler, Flügel, Beine und Augen lassen sich unkompliziert erarbeiten. Ebenfalls möglich ist eine Betrachtung des Sammelbeins mit der Lupe.
Lehrer > Aufbau

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2. Nachrichten

2.1. Kampagne gegen den Bienenstockkäfer
Parasit für Hummeln? Der Bienenstockkäfer (Aethina tumida, "Small little Hive") soll nach Ansicht der "Bienstockkampagne" eine Gefahr für Bienen- und Hummelvölker sein. Tatsächlich legt der Käfer, der bislang nicht in Mitteleuropa aufgetreten ist, seine Eier im Bienenstock ab. Seine Larven fressen die Brut und Wachs, koten in den Honig und machen ihn dadurch ungenießbar. Das Volk stirbt nicht, weil es den Bau verlässt und anderswo ein neues Volk gründet. Der Käfer parasitiert auch in Hummelnestern.

Dabei ist interessant, dass der Käfer "westliche" Bienen sogar dazu animieren kann, gefüttert zu werden. Afrikanische Bienen erkennen dagegen den Feind und mauern ihn sofort mit Wachs ein. Der Käfer ist dann sozusagen in einem Gefängnis gelandet. Diese interessanten ökologischen Zusammenhänge werden in Deutschland am Biozentrum der Uni Würzburg untersucht.

Würde es in der Natur zu einem Befall von Hummelvölkern kommen, wäre das dramatisch. Hummeln erkennen den Parasiten nicht, eine Unterstützung für betroffene Völker, die bei Bienen durch den Imker noch möglich wäre, ist bei den Hummeln unmöglich. Da die Hummeln auch ein einmal begonnenes Nest nicht wieder verlassen, stirbt der ganze Staat.

Ökologisch betrachtet ist es allerdings unmöglich, dass ein Parasit seinen Wirt komplett ausrottet. Trotzdem könnte die ohnehin geschwächte Hummelpopulation weiter dezimiert werden. Der Killer-Käfer bleibt für Hummelfans - jedenfalls für diesen Augenblick - glücklicherweise nur ein Gespenst.
Bienenstockkäfer - eine Gefahr für Hummeln?
Biozentrum der Uni Würzburg

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2.2. Bienentod: Welchen Einfluss hat Bayers "Gaucho®"?
Ursprünglich sollte es der Landwirtschaft dienen. Doch mittlerweile sind sich viele da nicht mehr so sicher. Hat die Bayer AG der Landwirtschaft einen Bärendienst erwiesen? Sind es nun die Bienen und Hummeln, die unter den Folgen zu leiden haben?

Bayer entwickelte das systematische Insektengift Gaucho®. Die behandelten Samen nehmen das Gift auf, es verteilt sich dann in der ganzen Pflanze. Insekten, die von der Pflanze fressen, sterben. Selbst im Pollen konnte man es nachweisen, so dass auch Bienen und Hummeln daran sterben.

In Frankreich wurde jetzt ein Gaucho®-Verbot für Sonnenblumen ausgesprochen, nachdem bekannt wurde, dass es für die erheblichen Ertragseinbußen verantwortlich war. Statt wie bislang 35kg Honig/Bienenstock ernten zu können, waren es nur noch 5-6. Der französische Imkerverband wirft Bayer die Verschleierung von Risikien vor. In Deutschland gibt es kein Anwendungsverbot.
Links zum Thema auf der Webseite

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2.3. Haben Hummelschützer klügere Hummeln?

"Kluge Bienen sammeln effektiv Nektar, erzeugen damit genug Wärme für den Nachwuchs - unten im Bild eine Puppe - und bringen auf diese Weise wieder kluge Bienen hervor. Diesen Mechanismus haben Würzburger Zoologen entdeckt." Bilder: Bujok, Groh, Kleinhenz, Rössler, Tautz

Kennen Sie das? Sie kommen bepackt vom Einkauf ins Parkhaus zurück und erinnern sich nur noch vage daran, wo sie den Wagen geparkt haben.

Ein Insekt muss sich zwar nicht den Parkplatz, aber den Standort des Nests merken. Dabei ist sein Gehirn kleiner und es vergehen mit dem Sammeln von Nektar und Pollen durchaus mehrere Stunden. Das Tier legt dabei einen langen Weg, ein Vielfaches unserer Wegstrecke vom Einkaufen zum Parkplatz zurück.

Brigitte Bujok, eine Mitarbeiterin einer Arbeitsgruppe von Prof. Tautz an der Uni Würzburg, fand nun heraus, dass die Temperatur in einem Nest entscheidend für die spätere Denkleistung ist. Schon Karl von Frisch hatte festgestellt, dass es Tiere gibt, die besser als andere tanzen können (sogenannter Schwänzeltanz, der Angaben über einen lohnenden Pflanzenstandort gibt). Dabei geht es um die Genauigkeit, mit der ein Tier den Pflanzenstandort durch das Tanzen angibt.

Wachsen die Insekten bei höchstens 34,5 Grad Celsius heran, dann vergessen diese Tiere ihr angelerntes Wissen leichter und führen weniger wirksame Schwänzeltänze auf. Die "klügsten" Bienen entwickeln sich dagegen aus Puppen, die bei 36 Grad Celsius gehalten werden.

Wenn sich diese Erkenntisse auf Hummeln übertragen ließen, hätte das auch erstaunliche Auswirkungen für uns Hummelfreunde. Denn in den Nistkästen lässt sich für die Arbeiterinnen wesentlich leichter das Klima regulieren und bei einer hohen Temperatur halten, als bei Naturvölkern. Dann würden also die klügeren Hummeln bei den Hummelschützern aufwachsen.
Fakten > Thermoregulation bei Hummeln
Externer Link: Thermoregulation bei Bienen
Externer Link: Pressemitteilungen der Universität Würzburg

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2.4. In eigener Sache: Viele Nutzer im Juni
Noch nie gab es mehr Besucher auf der Homepage, als im letzten Monat. Etwa 40.000 Seiten wurden dazu angefordert. Diese erfreuliche Entwicklung gab es auch im neuen Forum. Hier wurden mehr als 200 Beiträge geschrieben.
Mitmachen > Forum.

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2.5. "Killerlinden" und "Killergärten": Hummeln im Sommer helfen
Hummel an LöwenmäulchenForscher fanden bis zu 1600 tote Hummeln unter einer einzigen Linde. Die Tiere waren nach Angaben der Forscher verhungert. Schuld haben aber demnach nicht die Linden, sondern der eklatante Nahrungsmangel in den Gärten. Daneben gibt es aber noch andere Thesen. So gab es die Beobachtung, dass Hummeln andere Blüten, die neben den Linden wachsen und Nektar anbieten würden, gar nicht erst von den Hummeln besucht werden. Weshalb sind die Hummeln so auf die Linden fixiert?

An diesem Thema hat sich bereits eine Diskussion im Forum entzündet, die auch schon etwa 450 Mal aufgerufen wurde.
Mitmachen > Forum: Diskussion zum Hummelsterben
Interessante Fakten zum Hummelsterben im Spätsommer

Obwohl bislang also unklar bleibt, welchen Einfluss Linden auf den massenhaften Tod der Hummeln haben, bleibt trotzdem eins: Gartenbesitzer sollten verstärkt zahlreiche Pflanzen in den Garten setzen, die im Juni, Juli und August Nektar spenden. Hier folgt deshalb eine kleine Auswahl mit lohnenden Pflanzen:

  • Ysop
  • Schmuckkörbchen
  • Dahlien (ungefüllt)
  • Fuchsien
  • Sonnenblumen
  • Eibisch
  • Eisenhut
  • Lupine
  • Rittersporn
  • Gartensalbei
  • Springkraut
  • Blutroter Storchenschnabel
  • Kugeldistel
  • Stockrose
  • Phacelie
  • Rittersporn
  • Flockenblume
  • Löwenmaul
.

Pflanzenlisten für die Monate Juni - August
Gute Literatur zum Thema gibt es mit dem Buch von Röseler, 2001: Der Hummelgarten.

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2.6. Pro Sieben: Galileo zeigt Hummelbeitrag
Etwa vor einem Monat fragte die Redaktion der Wissenschaftssendung Galileo von Pro Sieben bei mir an, ob wir für einen Hummelfilm zur Verfügung stehen würden. Nähere Informationen zum Thema gab es nicht. Aus diesem Grund erklärte ich, dass "wir nicht an einem Beitrag interessiert sind, der die Hummeln auf den Hummelstich oder Insektengiftallergien reduziert. Es muss deutlich werden, dass Hummeln Nützlinge sind und mittlerweile sehr selten sind und deshalb unseren Schutz" brauchen.

Die Redaktion antwortete nicht. Gestern lief dann der besagte Beitrag und Sie dürfen raten, worum es ging: Der Beitrag (1,5 Minuten) ging der Frage nach, ob Hummeln stechen können. "Kaum steht der Kuchen auf dem Tisch, sind die Plagegeister auch schon da" erläutert die Sprecherin im ersten Satz und meint damit die Wespen und Bienen. Untermalt wird der Kommentar mit flüchtenden und um sich herum schlagenden Menschen. Natürlich fehlt nicht der Hinweis, dass ein Stich für Allergiker "das Todesurteil bedeutet".
In der letzte Minuten tritt wenigstens ein Experte auf, der erwähnt, dass Hummeln sehr friedlich sind und nur weibliche Tiere stechen können. Die Moderatorin stellt klar, dass man normalerweise aber sowieso nicht zwischen männlichen und weiblichen Tieren unterscheiden kann und schließt den Beitrag ab: "Keine Angst. Obwohl die Hummeln wesentlich größer aussehen als Wespen und Bienen ist ihr Stich nicht gefährlicher." Glück gehabt...

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3. Links | Presse

  • Äußerst kuriose Einblicke in ein Wespennest gewährt unfreiwillig ein Ehepaar in Müsingen. An der Glasscheibe eines Oberlichts haben dort Wespen ein Nest gebaut, mit dem Erfolg, dass man nun hinter dem Glas den kompletten Aufbau eines Wespennests beobachten kann.
    Ein interessates Foto und einen erläuternden Text gibt die Schaumburg-Lippische Landeszeitung, 23.06.2003.
  • Bestimmungsschlüssel (Word-Datei) für Wespen als Download
    Thomas Heiduck vom BUND Pfinztal hat Merkmale für die Bestimmung von Wespen so dargestellt, dass man mit Hilfe der Größe der Wespen und des Nistplatzes auf die Art schließen kann. Er hat das Dokument den Lesern dieses Newsletters zur Verfügung gestellt, so dass Sie es in den nächsten Wochen herunterladen können.

4. Impressum
Kontakt: über die Homepage
Bitte beachten Sie den Disclaimer.
Dieser Newsletter hat 462 Abonnenten (Stand: 04.07.2003) und wird nur auf Verlangen zugeschickt. Sie können ihn jederzeit abbestellen.
V.i.S.d.P.:
Cornel van Bebber
Fr. v. d. Schulenburgstr. 76
D-41466 Neuss

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