Newsletter der Aktion Hummelschutz 06/01

Inhalt


Lieber Hummelfreund,
hier die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Kommentare und Ergänzungen sind wie immer erwünscht und können an mich geschickt oder im Forum abgegeben werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Cornel van Bebber

 Inhalt

  1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage
  2. Nachrichten
  3. Literatur | Links | Pressebeiträge
  4. Impressum

 

1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage

1.1. Newsletter nun bunt
Dieser Newsletter erscheint in neuem Gewand. Mit dem jetzt genutzten "html-Format" können viele Informationen einfacher und ansprechender präsentiert werden. Den normalen Newsletter gibt es weiterhin auf der Homepage unter
http://aktion-hummelschutz.de/news

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1.2. Pflanzen tauschen
Das im letzten Newsletter angekündigte System, Saatgut von Hummelpflanzen aus dem eigenen Garten anderen kostenlos zur Verfügung zu stellen, ist nun angelaufen. Zur Zeit gibt es leider nur zwei Anzeigen.
Grund dafür könnte sein, dass viel Saatgut bei der Witterung verschimmelt ist und nicht mehr genutzt werden kann, wie mir eine Hummelfreundin erzählte. Es kann aber auch - wie in einem anderen Fall - sein, dass der Zeitpunkt einfach zu spät war: verblühte Sonnenblumen und Rittersporn sind "geköpft" und geben keine Samen mehr.
Deshalb besonders für´s nächste Jahr: die Hummelpflanzen bis zur Samenreife stehen lassen und dann anderen anbieten.
http://aktion-hummelschutz.de/mitmachen/tausch

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1.3. Erfahrungsberichte: Hummeln im Jahr 2001
In der Reportage von Helene Wallner, bei der Hummeln überraschend im Sofa ihren Staat gründeten, konnte bislang jeder nachlesen, wie es den Hummeln und natürlich auch Helene Wallner erging.
Jetzt hat Johann Wiedl, Hummelschützer und Mitglied der Aktion Hummelschutz, einen Erfahrungsbericht erstellt. Seine umfangreichen "Hummelaktivitäten" gibt es nun im Bereich "Fakten > Der Hummelstaat > Erfahrungsbericht" zum Nachlesen. Dort läßt sich auch eine ausführliche Version downloaden.

Welche Erfahrungen haben eigentlich Sie dieses Jahr mit Ihren Hummeln gemacht?
Senden Sie einfach Ihre Texte an kontakt@aktion-hummelschutz.de.

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1.4. Seite weiterempfehlen
"Die [Seite] ist unersetzbar, weil es nirgendwo eine Zusammenstellung so vielfältiger Erfahrungsberichte gibt! Vielen Dank dafür :-)" schrieb mir eine Leserin.
Dieses positive Feedback finde ich natürlich super. Auf fast jeder Seite gibt es weiterhin anonyme Möglichkeiten, eine Seite kurz zu bewerten. Etwa 450 Personen haben sich bislang daran beteiligt. Durch deren Bewertung kann ich abschätzen, wo etwas zum Beispiel unklar ist.
Neben diesen "Feedback-Formularen" gibt es nun eine Möglichkeit, einen Bekannten auf diese spezielle Seite hinzuweisen. Dabei wird eine E-Mail mit Ihrer Mitteilung automatisch mit der im Browser angezeigten URL versehen und dann verschickt.

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1.5. Neue Bilder
Zusammen mit neuen Informationen zu den Saumbiotopen wurden die Hummelschutzseiten inhaltlich überarbeitet und auch mit einigen interessanten Foto´s ausgestaltet. Zu den brisanten inhaltlichen Veränderungen lesen Sie bitte weiter unten die Nachricht 2.5. oder besuchen diese Adresse:
http://aktion-hummelschutz.de/schutz/feld

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2. Nachrichten

2.1. Vereinfachte Bestimmungshilfe kommt gut an
Zur Homepage Auf großes Interesse stieß die vereinfachte Bestimmungshilfe für Hummeln. Die Seite entwickelte sich seit dem Newsletter 4/01 zur meistbesuchten Seite. Der Betrachter muß lediglich über die Färbung des Hinterteils und evt. der Streifen Bescheid wissen.
Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, klickt auf das Bild oder hier:
http://aktion-hummelschutz.de/kinder/hummeln.html

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2.2. Info für Einsteiger: Was machen Hummeln eigentlich im Herbst und Winter?
Der Herbst ist vorbei und es bricht eine harte Zeit für die Hummeln an. Längst sind die Jungköniginnen von einigen Hummelmännchen, den Drohnen, befruchtet worden (bei Erdhummeln soll die Königin nur von einem Männchen befruchtet werden, wissenschaftliche Erkenntnisse im Pressespiegel, Stichwort: "Treue unter Erdhummeln"). Während die Drohnen, die alte Königin und ihre mehr oder weniger treuen Arbeiterinnen (einige revoltieren gegenüber der Königin) längst tod sind, sucht sich die Jungkönigin ein Winterquartier.
Sie gräbt sich ein wenig in den Boden ein oder nutzt vorhandene kleine Höhlungen. 10 cm unter der Erdoberfläche sind die Temperaturen auch im Winter erträglich. Dort verharrt sie stocksteif bis zum Frühjahr, um dann ein neues Volk zu gründen. Bis dahin - bis zu 7 Monate - nimmt sie keine Nahrung mehr auf. Mehr unter
http://aktion-hummelschutz.de/fakten/hcerst3d.html

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2.3. Hummelpflanzen richtig überwintern
Hummelpflanze im Topf: Fuchsien So manche Kübelpflanze ist gleichzeitig auch eine Hummelpflanze. Sie bietet den Tieren reichlich Nahrung. Zu solchen Pflanzen zählen die Fuchsien. Damit die Hummeln auch im nächsten Jahr etwas von der Blütenpracht haben, müssen die Blumen überwintert werden.
Unter anderem zu diesem Thema hat die Landwirtschaftskammer Rheinland eine Broschüre zusammengestellt. Tipp´s zur Pflege, Überwinterung und zum Pflanzenschutz von Kübelpflanzen stehen in dem Infoblatt "Kübelpflanzen - Informationen für Pflanzenfreunde". Es erhält jeder gegen Einsendung eines mit 3 DM frankierten und adressierten Rückumschlags bei der Landwirtschaftskammer Rheinland, Pressestelle, Postfach 1969, 53009 Bonn.

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2.4. Farbensehen bei Hummeln
Am 04.11., dem Tag der Forschung der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf, führten Mitarbeiter des Zoologischen Instituts die Hummeln vor: In einem Flugraum konnten zwei Völker beobachtet werden. Die überaus wissbegierigen Besucher ließen die Profis praktisch nicht zu Wort kommen, sondern löcherten diese mit Fragen wie "Können Hummeln stechen? Warum gab es dieses Jahr so wenig Hummeln? Warum sterben Hummeln unter Linden?". Zu letzterer Frage erklärten die Wissenschaftler die unterschiedlichen Positionen (hier zusammengefasst) und sprachen sich für die Version der "Mannose Vergiftung" der Hummeln aus.
Zum Schluß konnten dressierte Hummeln beobachtet werden, die auf farbige Testscheiben flogen.
Wir konnten noch einige Foto´s schießen, die das Volk und die "Dressuranlage" zeigen. Die Bilder werden später natürlich auch veröffentlicht.

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2.5. Hecken als Dreckfänger auf Kosten der Hummeln?
Praktisch alle Hummeln der offenen Feldflur sind gefährdet. Diese Hummeln leben häufig in sogenannten Saumbiotopen. Sie gründen ihre Staaten gerne in Feldrainen oder suchen dort Nahrung - in unmittelbarer Nachbarschaft zu Äckern.
Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA), die ein offizielles Organ des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ist, hat solche Saumbiotope und besonders Hecken untersucht und unterstreicht die große Bedeutung der Bereiche:

"Aufgrund ihrer Artenvielfalt gelten Saumstrukturen heute als hohes Schutzgut. Sie ... sind Lebensraum für Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen ... Auch eine Vielzahl anderer Organismen - häufig mit hohem naturschutzbezogenem Wert - finden hier einen Lebensraum."

Besonders hervorgehoben wird die große Bedeutung der Hecken für Insekten (!) und Spinnen.

  Die Kehrseite
Foto S. Kühnen / BBAGleichzeitig hat die BBA auch eine Untersuchung durchgeführt, nach der durch den Wind verdriftete Pflanzenschutzmittel, die auf den Äckern verspritzt werden, von den Hecken am Rand aufgehalten werden. Diese Wirkung wurde auch bei als gefährlich einzustufenden Chemikalien nachgewiesen.

"Heute können Hecken Schutzschirme zwischen den Äckern und angrenzenden Gewässern bilden."

In der Zukunft, so die BBA, müßte untersucht werden, wie dann die Saumbiotope geschützt werden sollen. Jedenfalls zeigt eine andere Studie bereits jetzt, dass sich die BBA damit beschäftigt, den Hecken die Funktion des Dreckfängers zuzuschreiben und sie in Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmitteln zu berücksichtigen.

Meiner Einschätzung nach hat das natürlich Folgen für die Lebewesen, die sich in den Hecken aufhalten - wie unsere Hummeln. Die Konzentration an Pflanzenschutzmittel dürfte in den Hecken stark ansteigen: der Landwirt kann nun gefährliche Mittel einsetzen und er kann durchaus auch leichter überdosieren, da alle abdriftenden Chemikaliendämpfe durch die Hecken aufgefangen werden und beispielsweise Nachbargrundstücke nicht belastet werden. So wird die Hecke zum Dreckfänger und das, obwohl selbst die BBA zugeben muß, dass

"Arthropoden, vor allem Insekten und Spinnen, ... daher bei einer Pflanzenschutzmittelabtrift besonders exponiert"

werden. Wenn Hecken nur zu Dreckfängern werden, haben Hummeln häufig keine rosige Zukunft mehr: den sicheren Tod durch Insektizide vor Augen verdorren die Ackerunkäuter, die sich in Feldrainen halten konnten, durch Pflanzenschutzmittel, statt Nektar und Pollen zu liefern.

Unter http://aktion-hummelschutz.de/schutz/feld lesen Sie mehr. Dort können Sie auch die entsprechende Mitteilung der BBA und einen Text des Autors der Studie abrufen. Diskutieren Sie im Forum zum Thema.

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2.6. Landwirte wollen keine Hecken
Einen Tag später als die BBA (siehe oben) meldet sich der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) zu Wort. Die Hecken stehen nun in einem anderen Licht.
Das neue Naturschutzgesetz macht nämlich den Vorschlag, die Landwirte zum Anpflanzen von Hecken zu verpflichten - ob dies aus Naturschutzgründen oder aus den oben genannten Hintergedanken geschieht sei dahingestellt. Jedenfalls spricht sich der RLV gegen einen solchen "Zwang" aus. Für den RLV spielen Naturschutzgründe für diese ablehnende Haltung keine Rolle. Er befürchtet vielmehr, dass den Landwirten Subventionen gestrichen werden. Im Augenblick wird nämlich die Anlage von Hecken u.a. durch die EU mit bis zu 20.000 DM je Hektar und Jahr gefördert. Im Falle einer Verpflichtung könnte dieses Geld wegfallen und der Bauer müßte nach Ansicht des RLV "entschädigungslos" Hecken anpflanzen.

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3. Literatur | Links | Pressebeiträge

3.1. Vergriffene Hummelbücher kaufen
Das Literaturverzeichnis mit seiner Auswahl an Pflanzen- und Insektenbestimmungsbücher, wissenschaftlicher Literatur und Zeitschriftenartikeln bietet einen guten Überblick über die Forschungsergebnisse in Sachen Hummeln. Zum Beispiel kann vom Literaturverzeichnis aus direkt die Neuauflage von "Heinrich: Der Hummelstaat" bestellt werden - als Taschenbuch sogar erschwinglich.
Leider sind viele andere Bücher nicht mehr bestellbar, Neuauflagen fehlen oder die Bücher sind einfach ziemlich teuer.
Da hatte Renate Husmann, eine Leserin dieser Seiten, einen Tipp parat: diverse Internet-Anbieter haben hin und wieder antiquarische Literatur und Restposten im Angebot. Und deshalb hier ein Überblick der Leserin, den ich gerne weitergebe:
Bei
- Amazon.de: Heinrich: Der Hummelstaat (2001, Taschenbuch).
- justbooks.de: Heinrich: Der Hummelstaat. (1994) und noch mal: Heinrich (1994)
- taubert.de: "Bernd Heinrich Paket". Das Paket steht nicht im Katalog, kostet 24,95 + 8 DM Versand. Das Paket enthält den "Hummelstaat" (1994) und ein Eulenbuch. Neupreis 88 DM.
- www.zvab.de (Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher): von Hagen, Eberhard: Hummeln (Suchfunktion nutzen!).

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3.2. Pressespiegel
Zum Ende der Hummelsaison werden die Presseberichte weniger, in denen es um die staatenbildenden Insekten geht.

  1. Ein Artikel beschäftigt sich mit der Gedächtnisleistung bei Bienen. Ein chemischer Stoff, die Acetylcholinesterase, die es auch beim Menschen gibt, wird im "Bienen-Gehirn" in seiner Funktion blockiert. Dadurch steigt die Gedächtnisleistung der Tiere an, die sich dadurch neue Sachverhalte leichter merken können (wo steht welche Blume?).
    Auch in der Alzheimer-Forschung nutzt man dieses Vorgehen und blockiert hier ebenfalls mit Erfolg Acetylcholinesterase.
  2. Zur vergangenen Insektentagung in Berlin können Sie einige wenige Ergebnisse in der Netzeitung nachlesen.

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3.3. Neue Literatur
Röseler, Peter-Frank: Der Hummelgarten. Gelnhausen 2001.

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4. Impressum
Kontakt: kontakt@aktion-hummelschutz.de
Bitte beachten Sie den Disclaimer.
Dieser Newsletter hat 271 Abonnenten (Stand: 23.11.01) und wird nur auf Verlangen zugeschickt. Sie können ihn jederzeit abbestellen.
V.i.S.d.P.:
Cornel van Bebber
Fr. v. d. Schulenburgstr. 76
D-41466 Neuss

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