Newsletter der Aktion Hummelschutz 07/01

Inhalt


Lieber Hummelfreund,
kurz vor Weihnachten erreicht Sie die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Dies ist eine Gelegenheit für mich, Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins Jahr 2002 zu wünschen.
Kommentare und Ergänzungen zum Newsletter sind wie immer erwünscht und können an mich geschickt oder im Forum abgegeben werden.
Mit freundlichen Grüßen aus Neuss,
Cornel van Bebber

 Inhalt

  1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage
  2. Nachrichten
  3. Literatur | Links | Pressebeiträge
  4. Impressum

 

1. Aktuelle Änderungen auf der Homepage

1.1. Neue Erfahrungsberichte
Eine entsprechende Aufforderung im letzten Newsletter wirkte. Vier neue Erfahrungsberichte konnte ich veröffentlichen.

  1. Helene Wallner berichtet, dass sich dieses Jahr zwar zwei Staaten zunächst an gleicher Stelle wie im vergangenen Jahr bilden konnten (im Sofa auf ihrem Balkon), dann aber im Laufe des Sommers zu ihrem Leidwesen abstarben.
  2. Bernd Wangard schreibt, wie er im eigenen Garten den Hummeln Nahrung anbot. Lavendel und Schnittlauch waren die Lieblingspflanzen seiner Hummeln. Zusätzlich freut er sich über weitere Tipp´s zu "Nahrungsergänzung": Von der Homepage aus kann man ihm eine Mail schreiben!
  3. Norbert Schiller, der sich seit 10 Jahren für die Hummeln einsetzt, berichtet von der geringen Hummelpopulation in diesem Jahr in Leverkusen. Seiner Einschätzung nach war 2001 "ein schwaches Jahr".
  4. Das AckerhummelnestKlaus Kreft steuert mit Foto´s und vielen Informationen sicherlich eine Alternative zu den herkömmlichen Nistkästen bei: er hat - mit wenig Aufwand und einfachen Mitteln - zwei Ackerhummelköniginnen zu einem Nistplatz verholfen. Diese lebten das Jahr über auf einem begrünten Dach.

Wenn Sie ebenfalls Erfahrungen mit Hummeln gemacht haben und Lust verspüren, andere darüber zu informieren, senden Sie einfach Ihre Texte an kontakt@aktion-hummelschutz.de.

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2. Nachrichten

2.1. Hummeln vererben Immunabwehr
Paul Schmid-HempelYannik Moret Yannick Moret und Paul Schmid-Hempel von der ETH Zürich haben in Versuchen an elf Erdhummelvölkern entdeckt, dass Hummeln die Immunabwehr bei ihren Nachkommen aktivieren können.
Hummeln, deren Immunsystem stark beansprucht wird, vererben demnach eine erhöhte Widerstandskraft an ihre Nachkommen. Die Forscher hatten das Immunsystem von Arbeiterinnen durch chemische Mittel so stark unter Druck gesetzt, dass diese eine bestimmte Immunreaktion auslösten. Die von diesen Arbeiterinnen betreuten Larven zeigten später eine wesentlich stärkere Immunabwehr, als "normale" Larven.
Bisher galt die Stärkung der Immunabwehr von Nachkommen als eine Spezialität der Säugetiere, bei denen dies über die Muttermilch erfolgt. Die Art dieser Übertragung ist noch unklar. Vermutlich übertragen sie Enzyme, die Schlüsselrollen in der Funktion des Insekten-Immunsystems übernehmen, glauben die Biologen.

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2.2. Mit duftender Chemie erleichtern sich Hummeln die Arbeit
Dr. Dave Goulson Englische Forscher berichten, dass Hummeln und Bienen eine einmal besuchte Blüte chemisch markieren und erst viel später diese Blüte wieder anfliegen.
Die Frankfurter Rundschau und viele weitere Zeitungen berichteten von Dr. Jane Stout und Dr. Dave Goulson, die erkannten, dass Hummeln nach der Ausbeutung von Pollen und Nektar von einer Blüte dort eine Duftmarke hinterlassen. Diese Duftmarke, die etwa 40 min. lang anhält, signalisiert anderen Hummeln, dass diese Blüte bereits ausgebeutet wurde, so dass sie dort nicht mehr landen und nach Nektar oder Pollen suchen brauchen. Die Arbeit wird dadurch wesentlich effektiver und die Hummeln unterscheiden, ob diese Blüte Nahrung liefern könnte oder nicht - ohne zu landen, sondern eben nur durch "Riechen" noch während des Flugs.
Von Bienen ist dieses System auch bekannt, doch nutzen die Bienen einen anderen chemischen Stoff. Bei Bienen gibt es einen einzigen entscheidenden Duftstoff, während es bei Hummeln offenbar ein Gemisch aus mehreren Substanzen ist. Außerdem vermuten die Wissenschaftler, dass es für jede Hummelart eine eigene Duftstoffmischung gibt.
Eine weitere Entdeckung war, dass Hummeln und Bienen offensichtlich auch die Duftstoffe des jeweils Anderen registrieren und deshalb auch Blüten nicht anfliegen, die von einem anderen Tier - egal welcher Art - vorher schon ausgenutzt wurden. Diese arteigenen Duftstoffe wirken also bei allen Arten.

Prof. Dr. Dr. Wittko FranckeIn der Vergangenheit sind zu diesem Thema bereits zahlreiche Artikel erschienen. Heneicosan - ein häufiger Duftstoff der Hummeln
1991 hatten zum Beispiel die deutschen Forscher Schmitt und Lübke von der Uni Marburg und Francke von der Uni Hamburg zusammen insgesamt 92 Duftstoffe (z.B. Heneicosan) beschrieben, die Hummeln beim Besuch einer Blüte hinterlassen. Auffällig war der einfache chemische Bau der Duftstoffe. Alle Moleküle sind vergleichbar mit dem Feuerzeug- oder Campinggas "Butan".
Weiterhin konnten sie auch bestimmte Mischungen dieser Substanzen herstellen und die Reaktion der Hummeln darauf testen. Manche Mischungen wurden von den Hummeln gemieden, manche angeflogen. Hier konnte also schon vermutet werden, dass Hummeln mit bestimmten Duftstoffen lohnende und ausgebeutete Nektarquellen mit unterschiedlichen Duftstoffen markieren.
Übrigens: Diese Duftstoffkonzentrationen waren so gering, dass 250 Besuche der Hummel an einer einzigen Blüte nötig waren, um die chemischen Verbindungen überhaupt nachweisen zu können. Innerhalb von drei Stunden zählten die Forscher 2000 - 3000 Blütenbesuche - und zwar von einer einzigen Hummel!
Literaturverzeichnis: Schmitt, Lübke, Francke. 1991

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2.3. Keine Hummel: der Hummelschweber
Der Hummelschweber ist keine Hummel, sondern eine Fliege.
Der irreführende Name gründet sich auf das ähnliche Aussehen des Hummelschwebers mit einer Ackerhummel. So reduziert die Fliege die Gefahr, von einem Vogel gefressen zu werden, wenn der Vogel in der harmlosen Fliege eine stechende Hummel erkennt. Einigen Quellen zu Folge sollte die Fliege sogar in den Nestern der Hummeln als Parasit auftreten.
Zur Klarstellung: Bombylius major, wie die Fliege wissenschaftlich heißt, ist zwar ein Parasit, jedoch nicht in Bezug auf Hummeln. Die Larven fressen zunächst den Pollen und später die Larven von Bienen der Gattung Andrena. Dabei handelt es sich um besonders geschützte Bienen, die einzeln leben und keine Staaten bilden.
Diverse Foto´s zum Hummelschweber gibt´s im Internet unter

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2.4. In eigener Sache: Bericht von der Aktion Hummelschutz
Um das wichtigste vorweg zu sagen: die Aktion Hummelschutz ist kein Club und es gibt auch keinen Mitgliedsbeitrag.
Die "Aktion Hummelschutz" besteht nun seit etwa zwei Jahren, seit einem Jahr (November 2000) gibt es die Idee des Netzwerks: hierunter versteht man den Zusammenschluß von Hummelfreunden. Mit diesem Netzwerk sollen unter anderem die beiden folgenden Punkte ermöglicht werden:

  • Ideenschmiede / direkter Austausch: Oft gewinnt man den Eindruck, dass es an Hummelfreunden fehlt. Doch das ist falsch. Es gibt viele! Jedoch bauen bislang die meisten im eigenen Garten alleine Nistkästen oder pflanzen Blumen. Doch kann der Austausch von Erfahrungen, Wissen und Beobachtungen nicht nur den Hummeln, sondern auch einen selbst weiter bringen. Die Kommunikation erfolgt durch eine Mailingliste. Die Anmeldung (nur zur Mailingliste, nicht zum Netzwerk) geht leicht durch eine leere E-Mail an diese Adresse:
    Hummel-Liste-subscribe@yahoogroups.de.
  • Hilfestellung: Der direkte Draht zu vielen Profis löst viele Probleme.
  • ...

Unsere 19 Mitglieder kommen aus allen Teilen Deutschlands und auch aus Österreich und Ungarn (Karte mit dem Wohnort der Mitglieder). Wenn auch Sie Interesse daran gefunden haben, Kontakt zu anderen Hummelschützern zu haben und unsere Ziele unterstützen, melden Sie sich doch auch an.

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3. Literatur | Links | Pressebeiträge

3.1. Pressebeiträge

  1. Zu Hummeln: Zahlreiche, allerdings sehr ähnliche Artikel beschäftigen sich mit der unter 2.1. erwähnten Weitergabe von Immunreaktionen.
  2. Zu Hummeln: Und hier der Artikel zur Nachricht 2.2. (Duftstoffe zur Kennzeichnung von Blüten)
  3. Zu Bienen: Bienen machen durch Vibrationen der Waben während des Bienentanzes auf sich aufmerksam.

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3.2. Links

  1. Bild einer Kuckuckshummel, die in Erdhummelnestern parasitiert.
  2. Die Pressestelle der Uni Bonn stellt Journalisten ein Foto zur Verfügung, auf dem Hummeln fein säuberlich mit Stecknadeln aufgespießt wurden. Der Bilduntertitel: "Enorme Artenvielfalt: Hummeln im Schaukasten"
  3. Kopfball, eine Sendung des WDR, beschäftigte sich in diesem Frühjahr mit der Thermoregulation von Hummeln und hat einige Informationen auf der Seite zusammengestellt.

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4. Impressum
Kontakt: kontakt@aktion-hummelschutz.de
Bitte beachten Sie den Disclaimer.
Dieser Newsletter hat 275 Abonnenten (Stand: 17.12.01) und wird nur auf Verlangen zugeschickt. Sie können ihn jederzeit abbestellen.
V.i.S.d.P.:
Cornel van Bebber
Fr. v. d. Schulenburgstr. 76
D-41466 Neuss

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